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Veröffentlicht am: 12.11.2019

Betonkrebs

Beton gilt eigentlich als besonders langlebiger Straßenbelag. Während Asphaltdecken auch bei qualitativ hochwertiger Arbeit etwa alle zehn bis 15 Jahre neu aufgelegt werden sollten, kann ein Betonbelag bis zu 30 Jahre problemfrei halten. Dabei gibt es allerdings oftmals ein Problem – den sogenannten Betonkrebs, der den Straßenbelag von innen aufsprengt. Während es noch keine vollständigen Forschungsergebnisse zur Entstehung und Beeinflussung von Betonkrebs gibt, ist die grundlegende chemische Reaktion bereits bekannt.

Wie Betonkrebs entsteht

Naturgemäß werden aus Beton hergestellte Straßenbeläge, Streckenbegrenzungen oder Brückenkonstruktionen von Zeit zu Zeit nass. Diese Feuchtigkeit ist Grundvoraussetzung für die sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion, welche die Grundlage für einen Vorfall von Betonkrebs bildet. Sie tritt auf, wenn für die Herstellung des Betons Arten von Kiesel verwendet wurden, aus denen sich durch Zugabe von Wasser, wie beispielsweise bei Regen, zu viel Kieselsäure herauslösen lässt. Diese Kieselsäure reagiert mit dem stark alkalischen Zement, der als Bindemittel ebenfalls im Beton enthalten ist. Dabei entsteht eine gelähnliche Masse, die durch ihr größeres Volumen Druck auf den Beton ausübt und ihn letztendlich sprengt.

Problematik im Straßenverkehr

Ist der fehlerhafte Beton einmal gelegt, gibt es keine Möglichkeit, das Auftreten von Betonkrebs zu verhindern. Reparaturarbeiten oder andere Maßnahmen zur Instandhaltung, wie beispielsweise das Aufbringen einer Versiegelung, verzögern die chemische Reaktion lediglich. Dauerhaft wirksam ist lediglich die Entfernung des schadhaften Betons auf den Straßen oder die präventive Neuverlegung mit geeignetem Material, sodass die Reaktion gar nicht auftreten kann.

Ein weiteres Problem in der Bekämpfung von Betonkrebs ist die äußere Sichtbarkeit der Schäden. Diese wird an der Oberfläche oft erst verzögert sichtbar, wodurch sich zu diesem Zeitpunkt die Problematik bereits deutlich weiter ausgebreitet hat. Die dynamische Belastung durch den Straßenverkehr oder auch Züge trägt ebenfalls zur Bildung von Rissen bei, indem immer wieder Druck auf den maroden Beton aufgebaut wird. Bis heute wurden bereits hunderte Autobahnkilometer repariert oder neu verlegt, und viele warten weiterhin auf eine Sanierung.

Die puzzolanische Reaktion, welche dafür sorgt, dass der Beton über eine gewisse Zeitspanne final aushärtet, kann ebenfalls auf den Betonkrebs wirken. Zwar ist diese Reaktion im Gegensatz zur Alkali-Kieselsäure-Reaktion volumenneutral, sind die Mengenverhältnisse im Beton jedoch falsch dosiert, kann das in der puzzolanischen Reaktion eigentlich abgebaute Calciumhydroxid im Beton verbleiben und dadurch eine mögliche Alkali-Kieselsäure-Reaktion vorantreiben.

Wahl der Steinsorten ist auschlaggebend

Betonkrebs ist bis heute ein signifikantes Problem auf Autobahnen. Damit es in Zukunft nicht mehr auftreten kann, existieren seit 2005 schriftliche Anweisungen, welche Steinsorten bei der Mischung von Beton nicht zu verwenden sind. Diese Liste enthält verschiedene Materialien, die nachweislich zur Bildung von Betonkrebs beitragen und sollte stets zurate gezogen werden.

Heutige Situation und Gebäudebau

Im Gebäudebau besteht durch die fehlende dauerhafte Nässe nach aktuellem Kenntnisstand keine große Gefahr durch Betonkrebs, die genauen Ursachen und alle für sein Auftreten möglicherweise relevanten Faktoren werden jedoch immer noch untersucht. So sind beispielsweise die Auswirkungen von Streusalz und Enteisungsmitteln auf den Betonkrebs Gegenstand von Untersuchungen, um die Hintergründe dieser „Krankheit“ vollständig aufzuklären.

Bei der Karl Huneke Straßen- und Tiefbau GmbH aus Leer in Ostfriesland vertrauen wir auf unsere langjährige Erfahrung im Asphaltstraßenbau, um für Sie stets hochqualitative Arbeiten auszuführen.